Sirius erneuert: Unser Umgang mit Ressourcen

Neues Leben für alte Industriebauten: So lässt sich der Kern von Sirius in einem Satz zusammenfassen. Anders als viele in der Bau- und Immobilienbranche tätige Unternehmen setzen wir seit unserer Firmengründung auf die Revitalisierung bestehender Gebäude, während Neubauten in unserem Geschäftsmodell kaum eine Rolle spielen. Ein Konzept, das aufgeht – insbesondere im Hinblick auf einen bewussten Umgang mit Ressourcen.

Gleichzeitig sind wir uns der Notwendigkeit bewusst, die Klima-Effizienz älterer Gebäude nach Möglichkeit zu verbessern. Gerade unsere eigene Branche, die der Bau- und Immobilienwirtschaft, hat im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit noch einiges nachzuholen, wie auch jüngste Berichte und Zahlen immer wieder zeigen. Deshalb haben wir eine eigene Strategie zur Dekarbonisierung entwickelt, die unsere sehr komplexe Unternehmenstätigkeit abbildet. Dank eines einzigartigen Geschäftskonzepts, das neben der Wiederbelebung bestehender Bausubstanz eine möglichst umfangreiche Rundum-Versorgung unserer Mieter vorsieht, haben wir hier die Chance auf verschiedenen Ebenen aktiv zu werden: Zum einen können wir mit einem auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz ausgerichteten Portfoliomanagement sowohl unseren eigenen CO2-Abdruck optimieren als auch den unserer Mieter. So verbessern wir nicht nur die Klimabilanz unseres eigenen Sektors, sondern können auch indirekt auf andere Branchen positiven Einfluss nehmen.

Zum anderen setzen wir eine ganze Reihe von Maßnahmen um, die auf interner Ebene zu verringertem Ausstoß von Treibhausgasen führen. Wo sich Emissionen nicht ganz vermeiden lassen, arbeiten wir mit Initiativen zusammen, die einen CO2-Ausgleich schaffen.

Mit dieser vielschichtigen Strategie, die ständig neu überdacht und ausgeweitet wird, leisten wir gemeinsam mit allen unseren Partnern einen Beitrag, um das Klimaschutzziel des Green Deals zu erreichen: Dieser sieht bis zum Jahr 2050 eine treibhausgasneutrale Wirtschaft vor.

Gebäuderecycling als Geschäftskonzept: Für eine nachhaltige Nutzung von Bausubstanz

Wir sehen unsere gesamte Umweltstrategie als Unterstützung und Stärkung unserer Kernidee: die Aufwertung von Gewerbeparks durch Investitionen und intensives Asset Management. Denn schon vom ersten Moment an, d.h. seit der Firmengründung im Jahr 2006, liegt unser Hauptfokus auf der Revitalisierung von Industrieanlagen mit zum Teil bis ins 19. Jahrhundert zurückreichender Bausubstanz. Im Lauf der Zeit kamen auch immer mehr Gewerbeparks und Bürogebäude jüngeren Baudatums dazu. Doch auch hier konzentrieren wir uns stets darauf, Bestehendes zu erhalten und zu modernisieren. Nur in seltenen Einzelfällen ergänzen wir die Bebauung unserer Gewerbeparks mit Neu- und Anbauten. Vollständig auf der grünen Wiese neu erschaffene Gebäudekomplexe kommen dagegen in unserem Geschäftskonzept gar nicht vor.

Gebäude recyclen – CO2-Fußabdruck verringern

Gerade unter den Gesichtspunkten von Klima- und Umweltschutz hat unsere Form von Gebäuderecycling viele unschlagbare Vorteile. So verlängern wir die Lebensdauer älterer Gebäude und verringern den Bedarf an kohlestoffintensiven Neubauprojekten. Dabei können wir gleich doppelt CO2 einsparen. Denn sowohl der Abriss bestehender Gebäude wie der Ersatz durch Neubauten verursachen enorme Mengen von Treibhausgasen und Emissionen: Je nach Immobilienart ist damit zu rechnen, dass bei den meisten Gebäuden etwa ein Drittel bis die Hälfte aller über ihre gesamte Lebensdauer ausgestoßenen Emissionen noch vor dem Erstbezug anfallen! Eine Wiederverwendung von Baumaterialien und Bausubstanz, wie wir sie praktizieren, reduziert also den CO2-Fußabdruck der Bauindustrie erheblich.

Selbstverständlich ist zu bedenken, dass Gebäude älteren Baudatums oft nicht heutige Standards erfüllen, etwa was die Energieeffizienz betrifft. Hier muss meist im Rahmen einer sorgfältigen Modernisierung nachgebessert werden. Dennoch bleibt die Umrüstung bestehender Gebäude auf Hochleistungsstandards die wirksamste Strategie zur kurz- und mittelfristigen Verringerung der Kohlenstoffemissionen und damit der wichtigste Schritt zur Begrenzung von Klimaveränderungen.

Ein Pluspunkt für die Biodiversität

Nicht nur das Klima, auch die Flora und Fauna in der direkten Umgebung profitieren von dem Sirius Geschäftsmodell. Viele unserer Standorte befinden sich am Rand von Städten und Gemeinden. Durch die Erhaltung und Aufwertung dieser Grundstücke verringern wir den Bedarf an Neubauten auf der grünen Wiese, die zur Zersiedelung und zum weiteren Verlust der Biodiversität beitragen würden. Im Umkehrschluss können wir so etwas dazu beitragen, die bedrohte Artenvielfalt zu erhalten. Darüber hinaus sind dank teils ausgedehnter Grünflächen auch unsere Standorte selbst inzwischen zur Heimat für Insekten, Kleintiere und Pflanzen geworden.

Dekarbonisierung: Unsere zweifache Strategie für eine emissionsarme Zukunft

Das Pandemiejahr 2020 war in vieler Hinsicht kein leichtes Jahr, doch zumindest in einem Punkt konnte die deutsche Wirtschaft Erfolge vermelden: Das Klimaschutzziel wurde erreicht, fünf von sechs der einzeln betrachteten Sektoren konnten ihre Emissionen zum Teil sogar drastisch senken. Insgesamt hat sich die Emissionsmenge im Vergleich zum Jahr 1990 um 40,8 Prozent reduziert, vorgesehen waren mindestens 40 Prozent.

Ausgerechnet die Immobilien- & Baubranche hat das Ziel jedoch als einzige knapp verfehlt – selbst bei pandemiebedingt heruntergefahrener wirtschaftlicher Aktivität. Das zeigt, wie schwierig es nach wie vor in unserem Bereich ist, nachhaltig zu wirtschaften und klimafreundlich zu agieren. Gleichzeitig macht es deutlich, dass gerade wir, d.h. alle im Sektor Gebäude aktiven Unternehmen, Strategien zur Dekarbonisierung entwickeln müssen.

Bei Sirius setzen wir dafür an zwei Punkten gleichzeitig an: Zum einen reduzieren wir die Emissionen unseres Portfolios aus Gewerbeparks in ganz Deutschland. Zum anderen streben wir auch auf Unternehmensebene danach, klimafreundlich zu agieren und den Ausstoß von CO2 und Treibhausgasen zu verringern. Wir sprechen in diesen Fällen von unserer Plattform: Gemeint ist damit Sirius als Unternehmen, also unser Service Center in Berlin, die Center Management Büros an unseren Standorten sowie alle Firmenwagen und Tätigkeiten, die in unser eigenes Tagesgeschäft fallen.

Direkte vs indirekte Emissionen: So ermitteln wir unsere Zahlen

Bevor jedoch eine nachhaltige Strategie zur Dekarbonisierung entwickelt werden kann, gilt es, sich einen Überblick über den Status Quo zu verschaffen. Bei Sirius ermitteln wir unsere Emissionen nach dem GHG Protocol Corporate Accounting and Reporting Standard, der Unternehmen Leitlinien für die Berichterstattung über die sieben vom Kyoto-Protokoll abgedeckten Treibhausgase an die Hand gibt. Ziel ist es, die Treibhausgasbilanzierung und -berichterstattung konsistent und transparent zu gestalten.

Gemäß diesem Standard werden die Emissionen in drei Bereiche unterteilt: Scope 1-Emissionen sind „direkte Emissionen“. Das bedeutet, sie stammen unmittelbar aus den Anlagen und Tätigkeiten, die sich im Besitz oder unter der Kontrolle des berichtenden Unternehmens befinden. In unserem Fall ist das die Energie, die wir zum Beheizen unserer Büros und zum Betreiben unserer Firmenfahrzeuge verwenden.

Scope-2-Emissionen sind „indirekte Emissionen“ und beziehen sich auf unseren Energieverbrauch als Unternehmen, d. h. auf den Strom, den wir für den Betrieb unserer Büros kaufen. Unter Scope 1 und Scope 2 finden sich also sämtliche Treibhausgasemissionen, die von unserer Plattform verursacht werden.

Scope-3-Emissionen sind ebenfalls „indirekte Emissionen“. Sie sind jedoch viel umfassender und decken ein breiteres Spektrum an Emissionen ab, die in unserer Wertschöpfungskette anfallen. Dazu zählen z.B. Geschäftsreisen, aber auch die Nutzung von Versorgungseinrichtungen durch die Mieter in unseren Immobilien. Scope 3 bezieht sich damit zu einem großen Teil auf unser Portfolio.

Die Berichterstattung über Scope 3 ist nicht unbedingt verpflichtend. Wir schließen diesen Bereich jedoch stets mit ein, denn wir möchten ein möglichst vollständiges Bild unserer Treibhausgasemissionen zeichnen. Nur wenn wir alles im Blick haben, können wir sinnvolle Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen.

Übersicht: Unsere Emissionen

Um das Ganze mit ein paar konkreten Zahlen zu untermauern, werfen wir einen Blick auf ein beispielhaftes Geschäftsjahr. Hier lagen unsere Treibhausgasemissionen (THG) bei insgesamt 37.721 Tonnen CO2. Mit mehr als 90 % entfiel der überwiegende Teil davon auf die durch unser Portfolio – alle Standorte und deren Mieter – verursachten Treibhausgasemissionen, wie die Tabelle verdeutlicht:

Übersicht: Emissionen bei Sirius innerhalb von einem Jahr
ScopeKategorieTHG Emissionen [TCO2-e]
Scope 1*Plattform: Heizung & Firmenflotte247,15
Scope 2**Plattform: Eingekaufter Strom152,49
Scope 3Geschäftsreisen & Portfolio37.321,67
Gesamt37.721,31

*CO2-Intensität für Scope 1 (Heizenergie) – 0.016 (TCO2-e / m²)
**CO2-Intensität für Scope 2 (eingekaufter Strom) – 0.027 (TCO2-e / m²

Klimafreundliches Portfoliomanagement

Mit etwa 90 % machen die Scope 3 Emissionen unseres Portfolios den Löwenanteil aller unserer Emissionen aus. Hier liegt somit unser erster und wichtigster Ansatzpunkt für eine erfolgreiche Strategie zur Dekarbonisierung.

Wir freuen uns daher sehr, dass wir unser gesamtes Portfolio inzwischen mit Energie aus 100 % zertifizierten Ökostromquellen versorgen können! Darüber hinaus eröffnen wir unseren Mieter die Möglichkeit, ihren eigenen Energieverbrauch durch die Installation intelligenter Zähler zu kontrollieren und zu senken. Zum Start dieses Projekts werden 10 % unserer Standorte mit der entsprechenden Technik ausgestattet. Bis zum Jahr 2027 planen wir an allen unseren Standorten ein System aus Smart Metern zu installieren.

Daneben unterstützen wir unsere Mieter dabei, ihre Mobilität emissionsärmer zu gestalten, indem wir an mehr als 50 % der Sirius-Standorte Ladestationen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge installieren. Diese Ladesäulen können nicht nur von Mietern genutzt werden und stellen so darüber hinaus eine wertvolle Erweiterung der Ladeinfrastruktur dar. 

Wie wir die Emissionen unserer Plattform senken

Wir unternehmen auch eine Reihe von Maßnahmen, um die Emissionen auf unserer gesamten Plattform zu reduzieren. Alle von unseren eigenen Mitarbeitern genutzten Büros an unseren Standorten werden zu 100 % mit Ökostrom versorgt. Wir haben zudem unsere Druckerlandschaft vollständig überarbeitet. Einerseits können wir nun emissionsärmer drucken: Der CO2-Ausstoß ließ sich nach der Umstellung bereits um bis zu 70 % senken! Andererseits haben wir nun die Möglichkeit, die verbliebenen Emissionen unserer Drucker über Waldschutzprogramme auszugleichen. Dasselbe gilt für den Einkauf von Bürobedarf.

Wir nutzen einen klimaneutralen Paketdienst und haben zudem die Kohlenstoffemissionen, die durch Mobilität versursacht werden, fest im Blick. Durch die sukzessive Umstellung auf effizientere Hybridfahrzeuge konnten wir bereits einige Erfolge erzielen. Daneben haben wir unsere Richtlinien zu Dienstreisen überarbeitet, sodass wir nun immer mehr die klimafreundliche Variante der Bahnreise nutzen.

Künftige Schritte

Wir wissen, dass es noch viel mehr zu tun gibt, um die Emissionen weiter zu senken. Derzeit prüfen wir daher verschiedene weitere Optionen, die zu unserer Geschäftsstrategie passen. Nach der erfolgreichen Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energien arbeiten wir darauf hin, auch die durch Heizenergie verursachten Emissionen auf Portfolio-Ebene zu reduzieren, indem wir unsere Heizungsanlagen modernisieren. Knapp Dreiviertel aller Treibhaus-Emissionen unseres Portfolios sind auf die Heizungen zurückzuführen – eine Verbesserung in diesem Bereich wird also eine enorme Auswirkung auf unsere gesamte CO2-Bilanz haben! Daneben soll auch das Abfallmanagement an allen Sirius Standorten nach Klima- und Umweltkriterien überarbeitet und angepasst werden.

Ein weiterer wichtiger Schritt, an dem wir bereits arbeiten, ist die Ausweitung unserer Berichterstattung über die Emissionen auf eingekaufte Materialien während des Baus und der Instandhaltung. So erhalten wir ein noch vollständigeres Bild unserer gesamten Treibhausgasemissionen und können anschließend erneut Maßnahmen planen, um diese zu reduzieren.

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