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Wie  groß müssen Büroräume sein?

Maßgeblichen Einfluss auf Produktivität und Arbeitszufriedenheit hat die direkte Arbeitsumgebung. Daher kommt der Einrichtung und Gestaltung von Büroräumen zentrale Bedeutung zu. Allerdings können Arbeitgeber die Büros Ihrer Mitarbeiter keineswegs nach Lust und Laune einrichten, denn es gibt dafür natürlich gesetzlich Vorgaben. Die derzeit geltenden Richtlinien beruhen auf der Arbeitsstättenverordnung (ASR A1.2) aus dem Jahr 2013.

Was besagt diese Arbeitsstättenverordnung?

Diese Verordnung legt fest, wieviel Platz Arbeitnehmern in Ihren Arbeits- bzw. Büroräumen mindestens zusteht. Neben dem reinen Arbeitsplatz gehören auch die Breite von Wegen, die Raumhöhe, Stellfläche für Einbauten u.v.m. dazu.

Während ein Einzelbüro zwischen 8 m² und 10 m² groß sein sollte, sieht die Verordnung für jeden einzelnen Arbeitsplatz eines Großraumbüros 12 – 15 m² vor. Der Arbeitstisch selbst sollte 1 m tief und die Bewegungsfläche 1,5 m² groß sein. Letzteres bedeutet, dass der Mitarbeiter 1,5 m² unverstellte Bewegungsfläche zur Verfügung hat. Diese Bewegungsflächen dürfen sich mit anderen Funktionsflächen nicht überlagern. Außerdem enthält der Gesetzestext Vorschriften für so genannte Verkehrs- und Fluchtwege: Ein Flucht- bzw. Verkehrsweg für höchstens 5 Personen muss mindestens 87,5 Zentimeter breit sein und Wege, die zum Fenster oder zum Heizkörperregler führen, einen halben Meter. Diese Vorgaben enthalten nicht die Stellflächen für Schränke oder Bürocontainer. Den dafür nötigen Platz und der zusätzliche Raum um Türen und Schubladen zu öffnen, muss zusätzlich abgemessen werden. Außerdem benötigen Angestellte genügend Atemluft, daher gibt es auch Vorschriften über die Höhe von Räumlichkeiten. Flächen die nicht größer als 50 m² sollten mindestens 2,50 m hoch sein und in Räumen bis 100 m² ist eine Raumhöhe von 2,75 m vorgeschrieben und darüber dann 3 m. Jedem Angestellten mit sitzender Tätigkeit stehen 12 m³ Luftraum zu.

Je größer das Büro, umso schlechter die Arbeit?

Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge hat die Größe des Büros erheblichen Einfluss auf die Gesundheit: Je größer das Büro, d.h. je mehr Personen sich einen Raum teilen, umso höher der Krankenstand. Eine besonders dichte Arbeitsplatzanordnung führt zu erhöhtem Lärmpegel sowie gegenseitiger Störung. Dadurch werden Gesundheitsprobleme immer wahrscheinlicher und die Arbeitsmotivation gerät in Mitleidenschaft. Andererseits sollten Unternehmer sich immer vor Augen führen, dass die Flächenkosten lediglich 15% der Gesamtkosten für Büroarbeit ausmachen.

Größe ist auch im Büro nicht Alles! Welche Faktoren spielen also noch eine Rolle?

Größe ist nicht alles! Dieses Motto passt insbesondere auf die Bürogestaltung: Vielmehr spielen neben der reinen Raumgröße weitere Qualitätsmerkmale eine entscheidende Rolle für die ideale Arbeitsplatzgestaltung: so beispielsweise Lärm, Licht, Klima, Ordnung, farbliche Gestaltung, technische Ausstattung und ergonomische Optimierung.

Vor allem in Großraumbüros beeinflusst z. B. das harmonische Miteinander den Büroalltag sehr stark – im Optimalfall ist im Büro gegenseitiger Austausch und ungestörtes Arbeiten zugleich machbar. Deshalb sollten Sie bei der konkreten Gestaltung von Büroräumen nicht nur die technischen Vorschriften in Ihre Planungen einbeziehen, sondern darüber hinaus für angenehmes Arbeiten sorgen: Das Aufstellen von Trennwänden sorgt für Privatsphäre; Pflanzen für ein angenehmes Raumklima; Teppiche tragen zur Lärmvermeidung bei und angenehme Farben erhöhen das Wohlgefühl.